AHV-Chefin: "Selbstverständlich sollten wird das Rentenalter erhöhen"
- 26. März
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Darum geht es
Nach 15 Jahren im Dienst zieht Colette Nova eine nüchterne Bilanz zur Schweizer Altersvorsorge. Angesichts der unfinanzierten 13. AHV-Rente und steigender Lebenserwartung warnt die ehemalige Gewerkschafterin vor einer gefährlichen Abwärtsspirale und bricht ein politisches Tabu: Die Erhöhung des Rentenalters ist für sie unumgänglich, um den Wohlstand zu sichern.
"Selbstverständlich sollten wir das Rentenalter erhöhen. Alles spricht dafür: Wir leben länger und sind gesünder, das Arbeitsleben ist weniger beschwerlich. Ein höheres Rentenalter wäre ein logischer Schritt, es würde viele Probleme lösen und den Wohlstand vergrössern". - Colette Nova im NZZ Interview vom 11.03.2026
Zusammenfassung der Kernpunkte
Finanzierungslücke der 13. AHV-Rente: Die jährlichen Mehrausgaben von 4 Milliarden Franken sind ohne Zusatzfinanzierung langfristig nicht tragbar. Ohne rasches Handeln droht der AHV-Fonds in etwa zehn Jahren leer zu sein.
Plädoyer für höheres Rentenalter: Alles spricht laut Nova für eine Erhöhung (z. B. auf 66 oder 67 Jahre), da wir länger gesund leben und die Zahl der Rentner im Verhältnis zu den Erwerbstätigen massiv steigt.
Kritik an der politischen Verzögerungstaktik: Das Warten auf die nächste Reform ab 2030 wird als gefährlich eingestuft, da das Aufzehren der Reserven die Erträge schmälert und das System destabilisiert.
Skepsis gegenüber der «Lebensarbeitszeit»: Modelle, die auf der Anzahl Arbeitsjahre basieren, hält Nova für kaum umsetzbar, da sie eine enorme Bürokratie und ein „Mikromanagement“ persönlicher Daten erfordern würden.
Verteidigung der zweiten Säule: Die Kritik ihrer eigenen Partei (SP) und der Gewerkschaften an der Pensionskasse sei inhaltlich haltlos. Die Kapitalerträge in der zweiten Säule finanzieren 30 bis 40 Prozent der Renten, was die AHV nicht leisten kann.
Erfolgsbilanz trotz Problemen: Das Schweizer System hat das Armutsrisiko im Alter massiv gesenkt; nur etwa 6 Prozent der Neurentner benötigen Ergänzungsleistungen.
Fazit
Die Forderungen von uns finden in den Analysen der langjährigen AHV-Chefin ihre fachliche Bestätigung. Nova liefert gewissermassen das operative Rezept für unser strategisches Ziel der stabile Vorsorge.
Lies das ganze Interview hier:
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